Sebastian Feldhofer ist vor allem durch zwei Bereiche öffentlich dokumentiert: seine jahrzehntelange Arbeit rund um das Münchner Volkstheater und sein Engagement für das Kulturleben in Haimhausen. Dort gehörte er 1984 zu den Initiatoren des Haimhauser Kulturkreises. Bekannt ist sein Name außerdem im Zusammenhang mit der Schauspielerin Bettina Redlich, die ihn in älteren Interviews als ihren Ehemann beschrieb.
Eine wichtige Aktualisierung betrifft seine berufliche Funktion: Sebastian Feldhofer ist nicht mehr Verwaltungsdirektor des Münchner Volkstheaters. Auf der aktuellen offiziellen Teamseite des Hauses wird Beate Schlegelmilch als Verwaltungsdirektorin geführt; Intendant und Geschäftsführer ist Christian Stückl. Zahlreiche ältere Veröffentlichungen mit Feldhofers früherem Titel sind deshalb heute nicht mehr aktuell.
Sebastian Feldhofer ist heute nicht mehr Verwaltungsdirektor des Volkstheaters
Noch für 2021 ist Feldhofers Position eindeutig dokumentiert. Im Geschäftsbericht 2021 der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen wird er als „Verwaltungsdirektor, Münchner Volkstheater, München“ aufgeführt. Auch ein Beitrag des Münchner Merkur vom November 2021 bezeichnet ihn so.
Bei der Frage, wann genau seine Tätigkeit in dieser Funktion endete, ist allerdings eine kleine Differenz zwischen den Quellen relevant. Die registerbasierte Unternehmenshistorie der Münchner Volkstheater GmbH verzeichnet zum 22. Dezember 2021, dass Feldhofers Einzelprokura erlosch und Beate Schlegelmilch Einzelprokura erhielt. Eine Einzelprokura ist eine handelsrechtliche Vertretungsbefugnis und nicht automatisch identisch mit dem arbeitsrechtlichen Titel „Verwaltungsdirektor“.
Tatsächlich bezeichnete die Süddeutsche Zeitung Feldhofer noch am 24. April 2022 in einem Beitrag über das Haimhauser Musiktheater als Verwaltungsdirektor des Münchner Volkstheaters. Ob die Bezeichnung zu diesem Zeitpunkt noch formal galt oder in dem Artikel eine bereits bekannte Berufsbezeichnung weiterverwendet wurde, geht aus den zugänglichen Quellen nicht hervor. Sicher ist dagegen der heutige Stand: Das Münchner Volkstheater führt inzwischen Beate Schlegelmilch in dieser Position.
Das ist auch der Grund, warum Suchergebnisse zu Sebastian Feldhofer leicht ein falsches Bild vermitteln können. Wer ältere Theaterseiten, Presseartikel oder archivierte Stellenanzeigen liest, findet dort völlig korrekt seinen damaligen Titel – darf daraus aber nicht ableiten, dass er die Funktion 2026 weiterhin ausübt.
Seine Laufbahn am Münchner Volkstheater reicht mindestens bis in die 1990er-Jahre zurück
Feldhofers Verbindung mit dem Münchner Volkstheater lässt sich deutlich weiter zurückverfolgen als die meisten kurzen Online-Biografien erkennen lassen. Im Nachlass des österreichischen Kabarettisten und Schriftstellers Otto Grünmandl, den das Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck erschlossen hat, finden sich bereits 1994 mehrere Schreiben und Verträge des Münchner Volkstheaters mit dem Namen Sebastian Feldhofer. Ein weiteres Schreiben samt Vertrag ist für März 1998 verzeichnet. Die Archivangaben belegen seine Tätigkeit für das Theater zu dieser Zeit, nennen für diese Dokumente jedoch keinen konkreten Amtstitel.
Für 2002 ist seine Position genauer greifbar. Ein auf den 26. Juli 2002 datiertes Zeugnis des Münchner Volkstheaters trägt Feldhofers Unterschrift. In der Fußzeile des Dokuments werden Ruth Drexel als Intendantin und Sebastian Feldhofer als Geschäftsführer genannt. Damit ist diese Funktion für die damalige Phase unmittelbar durch ein zeitgenössisches Theaterdokument dokumentiert.
Die Unternehmenshistorie zeigt anschließend einen Führungswechsel: Am 13. November 2002 wurde Feldhofer nicht mehr als Geschäftsführer geführt; Christian Stückl übernahm die Geschäftsführung. Am 7. Mai 2004 erhielt Feldhofer Einzelprokura. Spätere Quellen bezeichnen ihn über viele Jahre als Verwaltungsdirektor.
Damit ergibt sich ein wesentlich klareres Bild seiner Rolle am Haus: Feldhofer gehörte nicht lediglich zur Verwaltung, sondern war zeitweise selbst Geschäftsführer und blieb nach dem Wechsel zu Stückl in einer leitenden administrativen Funktion mit dem Volkstheater verbunden. Noch 2021 war er institutionell als Verwaltungsdirektor dokumentiert.
Haimhausen: Kulturarbeit begann lange vor seiner bekannten Volkstheater-Zeit
Ein zweiter wichtiger Teil von Feldhofers öffentlichem Wirken liegt außerhalb des Münchner Theaterbetriebs. Die Chronik des Haimhauser Kulturkreises e. V. nennt den 31. Oktober 1984 als Gründungstag des Vereins. Die Initiative zur Gründung ging demnach von Sebastian Feldhofer und Hans Schindlböck aus; rund 30 Interessierte kamen zur Gründungsversammlung im Gasthof Post. Feldhofer gehörte anschließend zusammen mit Schindlböck und Dörthe von Haniel zum ersten Vorstand.
Auslöser war ein geplantes Open-Air-Gastspiel von Der kleine Prinz. Für finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde war eine Vereinsstruktur notwendig. Aus diesem konkreten Theaterprojekt entstand ein Kulturverein, der später Veranstaltungen aus Musik, Kunst, Theater und Kabarett organisierte und 2024 sein 40-jähriges Bestehen erreichte.
Feldhofers Beteiligung beschränkte sich nicht auf die Gründungsphase. Bei den Haimhauser „Vampir-Festspielen“ 2019 gehörte er laut Süddeutscher Zeitung zur Projektleitung und stand selbst als Wirt auf der Bühne. Der Artikel beschreibt ihn zudem als jemanden, der die großen Haimhauser Inszenierungen von Anfang an betreut und für die Produktionen Kontakte zu professionellen Theaterleuten hergestellt habe.
Diese Verbindung erklärt, warum Feldhofers berufliche und ehrenamtliche Theaterarbeit häufig ineinandergreifen: In Haimhausen war er nicht nur Vereinsgründer oder Darsteller, sondern auch Organisator und Bindeglied zur professionellen Münchner Theaterszene.
Bettina Redlich und Sebastian Feldhofer: Was über die Familie dokumentiert ist
Sebastian Feldhofer wird häufig im Zusammenhang mit Bettina Redlich gesucht. Die österreichische Schauspielerin wurde unter anderem durch Die Hausmeisterin sowie zahlreiche Theater-, Fernseh- und Filmrollen bekannt.
Ein ausführliches Merkur-Interview vom 22. November 2008 bezeichnet Feldhofer ausdrücklich als Redlichs Mann und nennt ihn zugleich Verwaltungsdirektor des Münchner Volkstheaters. In demselben Beitrag ist von ihren zwei damals elf und 14 Jahre alten Söhnen sowie dem gemeinsamen Zuhause in Haimhausen die Rede.
Auch die Abendzeitung dokumentierte Anfang 2009 die Beziehung. Redlich erzählte dort, wie sie Feldhofer kennenlernte. Eine kuriose Nebenrolle spielte Schauspieler Helmut Fischer: Er kannte Feldhofer bereits und hatte Redlich zuvor wiederholt angedeutet, einen passenden Mann für sie zu kennen. Redlich lernte Feldhofer schließlich unabhängig davon kennen; erst später stellte sich heraus, dass Fischer genau ihn gemeint hatte.
Für eine aktuelle Aussage zum Familienstand im Jahr 2026 sollte man solche älteren Interviews allerdings nicht einfach in die Gegenwart fortschreiben. Sie dokumentieren zuverlässig, wie die Beziehung und Familie damals öffentlich beschrieben wurden; sie sind keine automatische Aktualisierung des heutigen Privatlebens.
Warum es bei der Suche nach Sebastian Feldhofer zu Verwechslungen kommt
Bei dem Namen gibt es noch eine zweite mögliche Fehlerquelle: Sebastian Feldhofer senior und Sebastian Feldhofer junior sind zwei verschiedene Personen.
Das lässt sich auf einer offiziellen Theaterseite des Haimhauser Kulturkreises unmittelbar nachvollziehen. In der Besetzung von Verschollen in Haimhausen werden sowohl „Sebastian Feldhofer jun.“ als Darsteller von Julius Harking als auch „Sebastian Feldhofer sen.“ als Darsteller von Hannes Hoffelder aufgeführt.
Das ist für die Einordnung von Suchergebnissen wichtig. Profile, Fotos oder berufliche Angaben zu einem jüngeren Sebastian Feldhofer dürfen daher nicht ohne zusätzliche Identitätsprüfung dem früheren Verwaltungsdirektor des Münchner Volkstheaters zugeschrieben werden.
Was sich über Sebastian Feldhofer heute sinnvoll festhalten lässt
Die am besten dokumentierte berufliche Phase Feldhofers erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte. Unterlagen des Brenner-Archivs verbinden ihn spätestens seit 1994 mit dem Münchner Volkstheater; 2002 war er Geschäftsführer, anschließend erhielt er Einzelprokura und war später langjährig als Verwaltungsdirektor tätig. 2021 wird er noch ausdrücklich mit diesem Titel geführt.
Heute ist diese Berufsbezeichnung überholt: Die aktuelle Leitung des Münchner Volkstheaters besteht unter anderem aus Christian Stückl als Intendant und Geschäftsführer, Frederik Mayet als Künstlerischem Direktor und Beate Schlegelmilch als Verwaltungsdirektorin. Eine neue aktuelle berufliche Funktion Feldhofers nach seiner langjährigen Volkstheater-Tätigkeit ergibt sich aus den herangezogenen aktuellen offiziellen Quellen nicht.
Daneben gehört seine Rolle in Haimhausen zur biografischen Einordnung: Er war 1984 Mitinitiator und Gründungsvorstand des Haimhauser Kulturkreises und beteiligte sich später auch an dessen großen Theaterproduktionen. Wer Sebastian Feldhofer ausschließlich als „Ehemann von Bettina Redlich“ oder nur mit seinem früheren Volkstheater-Titel beschreibt, lässt damit einen wesentlichen Teil seines dokumentierten kulturellen Wirkens aus.
Quellen
- Münchner Volkstheater: „Leitung & Team“, kein Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum auf der Seite ausgewiesen.
https://www.muenchner-volkstheater.de/menschen/leitung-team - Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen / Bayerische Versorgungskammer: „Geschäftsbericht 2021“, Dokumentjahr 2021; kein eindeutiges Veröffentlichungsdatum im herangezogenen Dokument ausgewiesen.
https://www.buehnenversorgung.de/Portals/4/Media/Dokumente/Gesch%C3%A4ftsdaten/Geschaeftsbericht_2021.pdf?ver=01%3A37%3A06.21.12.2023 - OpenRegister: „Münchner Volkstheater Gesellschaft mit beschränkter Haftung“, registerbasierte Unternehmenshistorie; kein Veröffentlichungsdatum der Seite ausgewiesen.
https://openregister.de/company/DE-HRB-D2601-70736 - Universität Innsbruck, Forschungsinstitut Brenner-Archiv: „Nachlass Otto Grünmandl“, kein Veröffentlichungsdatum der Bestandsseite ausgewiesen.
https://www.uibk.ac.at/de/brenner-archiv/bestaende/gruenmandl/ - Münchner Volkstheater: Arbeitszeugnis vom 26. Juli 2002, archivierte PDF-Kopie bei artmoves.
https://artmoves.de/owykroas/2020/06/Volkstheater-Photoshop.pdf - Haimhauser Kulturkreis e. V.: „Chronik des Vereins – Chronik des Haimhauser Kulturkreises e. V. 1984–2024“, kein Veröffentlichungsdatum der Seite ausgewiesen.
https://haimhauser-kulturkreis.de/chronik-des-vereins/ - Süddeutsche Zeitung: Rudi Kanamüller, „Vampir-Festspiele in Haimhausen“, 22. April 2019.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/vorverkauf-laeuft-bereits-vampir-festspiele-in-haimhausen-1.4417425 - Münchner Merkur: Sabine Dultz, „Ich habe sie in mich hineinrieseln lassen“, 22. November 2008.
https://www.merkur.de/boulevard/ich-habe-mich-hineinrieseln-lassen-21530.html - Abendzeitung München: Angelika Kahl, „Bettina Redlich: Die Rolle ging mir wahnsinnig nah“, 2. Januar 2009.
https://www.abendzeitung-muenchen.de/kultur/bettina-redlich-die-rolle-ging-mir-wahnsinnig-nah-art-132481

